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Das Wort zum Sonntag

Während ich diese Worte schreibe, sitze ich alleine im Geschäft. Es ist Samstag. Die Regale sind gefüllt. An der Tür hängt ein Zettel und die Kunden, die zielstrebig darauf zusteuern, bleiben stehen, lesen was da steht und ziehen enttäuscht von dannen. Einige rufen gleich die Nummer an, die da steht und ich unterhalte mich mit ihnen über die Lage.

Es ist Shutdown und wir Dampfer stehen wie immer alleine da. Der Kunde da draußen, ich hier drinnen.
Die Arbeit endet ja auch nicht wenn man keine Kunden empfangen darf.
Es kommt immer noch Ware an. Es gibt genug was liegen geblieben ist und erledigt werden muss. Und wir bleiben erreichbar am Telefon und per E-Mail. Montag bis Samstag ist immer jemand da.

Natürlich reduziert sich durch den geschlossenen Handel die Zahl der Kontakte. Aber ob das wirklich effektiv was bringt? Schließlich verbringt man kaum Zeit in Geschäften. Es geht schnell rein und schnell raus. Ich bezweifle, dass sich in den letzten Wochen irgendjemand bei uns mit Corona infiziert hat, wir und unsere Kunden tragen konsequent Masken. Wir haben viel Platz und halten Abstand.

Und nur die Ankündigung des Shutdowns hat bei uns und vielen anderen betroffenen Fachhändlern zu chaotischen Zuständen geführt. Zu langen Wartezeiten und vielleicht war wirklich jemand dabei, der inzwischen festgestellt hat, dass er positiv ist und sich nun fragt, ob er sich in dem Trubel angesteckt hat oder ob er jemand anderen bereits da angesteckt hat. 

Aber darum gehts gar nicht. Es geht um das, was mich schon im letzten Shutdown gestört hat. Ich schätze, dass es am Land natürlich anders ist, aber in der Stadt ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum Trafiken offen haben, während E-Zigarettenläden schließen mussten.

Und das aus mehreren Gründen.

  1. Der Platz, die meisten Trafiken haben keine 10m² oft sind es vielleicht 4. Es kann also maximal eine Person rein und trotzdem kann der Abstand zum Verkäufer nicht eingehalten werden. Und man sollte bedenken, dass es sich bei diesen zu 50% um Menschen mit Behinderung handelt. Und einige davon sind sicher auch Teil der Risikogruppe gerade bei Corona.
  2. das Sortiment, die Sortimentsfrage kommt ja auch zwischen Fachhandel und Diskonter immer wieder auf. Während H&M, Bauhaus und Co. geschlossen haben, kann man bei Hofer, Lidl und Co. Klamotten, Werkzeug und Elektronik kaufen. Das gilt natürlich auch für Liquids und E-Zigaretten, die in größeren Trafiken vertreten sind (nur meist zu deutlich höheren Preisen als im Fachhandel). 
  3. das Sortiment, nein ich mache hier keine Doppelnennung, sondern es geht um das Argument, dass man in der Trafik notwendige Ware bekommt. Zum Beispiel Zeitungen mit denen man sich informiert. Nun ist es aber so, dass es heutzutage in einer Trafik außer Zigaretten nichts mehr gibt, was es nicht auch in den ebenfalls offenen Läden, wie Post und Lebensmittelhandel gibt.
  4. der Versand, während frische Waren, wie Essen geliefert und auch abgeholt werden darf und der Handel generell bei den meisten Produkten auch auf den Versand zurückgreifen kann um zumindest einen Teil des Umsatzverlustes abzufedern, wird auf die Dampfer wieder (absichtlich?) vergessen. Denn wir haben das TNRSG, dass den Versandhandel verbietet. Dabei wäre Shutdown Grund genug dieses Verbot zumindest temporär aufzuheben.
  5. die Automaten. Es gibt Zigarettenautomaten, damit man zu jeder Tages- und Nachtzeit Zigaretten kaufen kann (was generell bedenklich ist und den Leuten sicher nicht hilft aufzuhören). E-Zigaretten sind zu komplex um sie im Automaten zu verkaufen. Alleine die Vielfalt an Verdampferköpfen und Pods und die unterschiedlichen Packungsgrößen sind gar nicht tauglich für Automaten und die Warenwerte wären auch zu hoch, da lohnt sich das gar nicht, weil man eine teure Versicherung bräuchte, falls der Automat aufgebrochen wird.

Aus diesen Gründen lautet mein Appell, Gerechtigkeit und Sicherheit für alle. Entweder werden die Trafiken geschlossen oder die Dampfshops geöffnet, die aktuelle Regelung ist diskriminierend, sie bevorzugt Raucher, obwohl der Staat doch immer so tut als wollte er das Rauchen eindämmen. Diese Regeln sind nicht für die Gesundheit gemacht, sonst hätte ich nicht gehört, dass Waffenläden offen haben und gestern am Heimweg noch gesehen, dass sogar wein&co offen hat (und Wein gehört nun wirklich nicht zu den lebensnotwendigen Produkten, genauso wenig wie Zigaretten). Aber den Leuten Zugang zu deutlich weniger schädlichen E-Zigaretten zu verwehren, während sie Zigaretten weiterhin rund um die Uhr erhalten können, während ein Virus eingedämmt werden soll, das die Lunge angreift, dass ist weder gerecht noch gesund. Ihr habt die Wahl auf welcher Seite ihr steht.

Alles was der Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit dient, sollte auch im Shutdown geöffnet bleiben. Dazu gehört neben Fitness, Sauna und Co. auch das Dampfen, denn es schützt vor dem Rauchen, dass mitverantwortlich für die 3 häufigsten Todesursachen ist und damit Corona vor Neid erblassen lassen würde.