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Stell dir vor… 

Eine Welt ohne Religion. Eine Welt mit freiem Zugang zur Bildung. Eine Welt mit bedingungslosem Grundeinkommen. 

Jeder wäre vernünftig. Niemand hätte einen Grund jemandem etwas anzutun. Es gäbe keinen Grund für Krieg. Wir könnten frei reisen und leben wo wir möchten. 

Wie würde die Welt heute aussehen, wenn es keine Religion gegeben hätte. Wo könnten wir heute stehen. Wir könnten all das bereits haben. 

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Selbstbestimmung ja…

Selbstgeißelung nein

Ich habe ein paar mal in letzter Zeit von Nora Illi gelesen. Als sie bei Pro und Contra auf Puls 4 war, war ich am Bildschirm und auf Twitter live dabei.

Ich möchte dazu folgendes anmerken.

Wenn Frau Illi von Selbstbestimmung spricht, dass sie entscheidet was sie anzieht und wieviel Haut/Gesicht sie zeigt, dann stimme ich dem zu. Niemand sollte mir vorschreiben, weniger oder mehr anzuziehen. Aber Frau Illi schiebt die Selbstbestimmung als Ausrede vor. Denn sie hat nicht immer Hijab/Burka getragen. Und es gibt natürlich dementsprechend Fotos von ihr ohne Schleier.

Deren Veröffentlichung bezeichnet sie als Tabubruch. Auch wenn ich verstehen kann, was in ihrem Kopf vorgeht, dass sie das denkt, würde ich jeden Menschen, der glaubt, ein Bild von ihm, vollbekleidet, wäre ein Tabubruch zum Psychiater schicken und das kann ich auch nur Frau Illi raten.

Wer sich mit allen Religionen der Welt auseinander setzt und dabei den Islam als die einzig richtige herauspickt, konnte vorher schon nicht klar denken.

Auch ich habe mich mit vielen Religiönen auseinander gesetzt. Der griechische Polytheismus hat mir am meisten zugesagt. Aber würde ich mich hinstellen und sagen, Zeus ist in Form eines Goldregens zu mir gekommen um mich zu verführen, würden sie mich für verrückt erklären.

Aber Menschen glauben an die unbefleckte Empfängnis durch den heiligen Geist, würden es aber heute auch nicht glauben, wenn eine Frau dies behauptet. Stattdessen würde ein DNA Test angeordnet.

Würde jemand mit Steintafeln vom Berg kommen, würde der nächte Weg ins Irrenhaus führen. Das heißt in den meisten Fällen, sind wir bereits soweit, die Freiheit des Glaubens von der irren Wahnvorstellung zu unterscheiden.

Wenn ein Psychiater einen Patienten hat, der meint er spricht mit Gott, dann würde er ihn gegen Schizophrenie behandeln. Wir wissen, dass Stimmen im Kopf keinen göttlichen Ursprung haben.

Die Freiheit zu Glauben ist also eine Freiheit in den eigenen 4 Wänden. Solange man niemand anderen damit gefährdet und in der Gesellschaft funktioniert, kann man gerne glauben was immer man will. Wenn man aber anfängt sich selbst zu verschleiern und eigentlich nicht mehr in der Lage ist, diesen Schleier (auch metaphorisch) wieder abzulegen, weil man glaubt, es müsse so sein, dann sollte man sich Hilfe holen. Dies ist nämlich nicht mehr als eine Abgrenzung von der restlichen Gesellschaft. Man erhebt sich über andere und fordert für sich mehr Rechte ein, man glaubt also, man sei besser, man wüsste es besser, als der Rest der Gesellschaft um einen herum.

Religionsfreiheit bedeutet auch, dass wir als Gesellschaft, das Recht haben frei von Religion zu leben. Das bedeutet auch, dass Chefs das Recht haben, religiöse Symbole wie Schleier, Kreuz, Davidsstern, Kippa, Turban und was es sonst noch gibt, nicht in den Firmenräumlichkeiten und im Kundenverkehr zu gestatten.

Das bedeutet auch, dass man Religiön nicht politisch ausnutzen darf, wie Norbert Hofer mit dem Slogan “So wahr mir Gott helfe”. Auch wenn ich davon ausgehe, dass er nicht wirklich glaubt ihm würde von Gott geholfen.

Politiker die sich für den Verbleib von Kreuzen in Klassenzimmern aussprechen, sprechen sich gegen die Religionsfreiheit aus, gegen die Trennung von Kirche und Staat.

Eine Stelle nicht zu bekommen, weil man ein Kreuz trägt, ist keine Diskriminierung, den man muss kein Kreuz tragen. Eine Stelle nicht zu bekommen, weil man eine Tätowierung hat, dass ist Diskrimierung, denn man kann diese nicht einfach ablegen.

Aber Äußerlichkeiten, die änderbar sind, können geändert werden. Die Religiön vorschieben und sagen, ich kann das nicht und vor allem ich werde das nicht tun, ist gleichbedeutend mit, ich erhebe mich über dich und du musst dich meinem Glauben unterordnen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber um gerecht zu sein, muss eine allgemein gültige Defnition gesetzt werden. Es kann nicht jeder seine eigene Definition durchsetzen.

Wir haben Gesetze, die unsere Rechte am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft wahren. Alles darüber hinaus, sind persönliche Befindlichkeiten, auf die man keine Rücksicht mehr nehmen muss.

Dein Glaube ist nicht mein Problem! Dein Glaube ist deine Entscheidung und muss von mir nicht respektiert werden, sondern akzeptiert. Ich muss mich deinem Glauben nicht unterordnen, in dem ich dir Sonderrechte einräume.

Ich könnte noch viele Beispiele nennen. Vom Recht auf Geburtenkontrolle (vom Kondom bis zum Schwangerschaftsabbruch) bis zum Recht auf echte Religiönsfreiheit in Schulen und Kindergärten (Religionsunterricht raus aus den Schulen).

Aber das führt nun zu weit.

Glaub was du willst, aber erwarte keine Sonderbehandlung.

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Propheten überall 

Als ich noch glaubte hatte ich oft Träume vom Ende der Welt. Und ich habe mich in einschlägigen Foren herumgetrieben. 

Es waren auf Grund meiner depressiven Grundstimmung wohl einfach Wunschträume. Wenn man mit der Welt nicht zurecht kommt, wünscht man sich das Ende. Es zeigt aber wie der eigene Glaube die Träume beeinflusst . 

Als ich in der Nibiruszene unterwegs war träumte ich davon den Planeten X direkt über uns zu sehen . Wie eine 2. Sonne. 

Derzeit als vernünftige Atheistin sind meine Träume nicht mehr von  übernatürlichen Elementen geprägt . Aber das Tagesgeschehen mischt natürlich mit. 

Heute Nacht zum Beispiel träumte ich intensiv.  Ich kann mich an vieles erinnern . 3 Geschehen waren vorhanden . Erst träumte ich surreal . Die Welt stand im wahrsten Sinne auf dem Kopf oder war 90° gedreht . 

Niemand würde darin eine Prophezeiung sehen. 

Zum Schluss träumte ich von einem Geschäft in dem man Liquids kaufen kann. Eindeutig ein Wunschtraum . 

Dazwischen träumte ich, dass meine U-Bahn Station in Trümmern liegt, es war ein Terroranschlag . Hier ist das Tagesgeschehen in meine Träume geflossen. 

Nun würde man all diese Episoden in  einem Schauungsforum posten, bekäme man jede Menge Zuspruch . 

Man würde einen Polsprung voraussehen, den das wäre ja symbolisch zu sehen gewesen (die Welt kippte zur Seite und stand dann Kopf), aber der Anschlag wäre eine klare Vision. Selbst für den Liquidladen würde denen was einfallen (mir aber nicht ) . 

Die Gefahr ist , je mehr man sich die Gabe der Prophetie herbei sehnt desto mehr wird einem das eigene Hirn liefern was man will. 

Die wahren Gründe für diese Traumbilder sind in der Realität zu finden . Ich hatte einen langen Tag. Ich war im Krankenhaus , bekam einen OP Termin und musste mich damit auseinander setzen . 

Angst vor dem Krankenhaus. Vor dem alleine sein. 

Angst vor der OP. 

All das kann  man wieder finden wenn man es analysieren will. 

Echte Prophetie gibt es nicht . Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. 

Und es gibt mediale Panikmache . 

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Was bisher geschah… 

Geboren bin ich in den 80ern und wurde wie die meisten Katholiken zwangsgetauft. Das ist um so skurriler da meine Eltern schon Atheisten waren. 

Tatsächlich glaubten damals noch viele,  dass die Taufe zur Anmeldung des Nachwuchses dazu gehört. Außerdem wollte man kein Gerede. Somit war ich quasi ein katholischer Atheist bei der Geburt. 

Natürlich war es leicht als Kind an den “lieben Gott”  zu glauben, es war dasselbe wie Christkind und Osterhase. Mit 6 Jahren wusste man schon, dass da eigentlich die Mama dahinter steckt. 

Und so wuchs ich mit dem Wissen auf, das Gott ein Märchen ist. Den haben die Menschen erfunden, als sie sich die Dinge noch nicht durch Wissenschaft erklären konnten. 

Doch mit 18 Jahren, da haben sie mich erwischt. Auf der Sinnsuche geriet ich in die Fänge einer Sekte. 

Schulabrecher ohne Perspektive sind leichte Beute. Der Glaube mein Leben sei eine Prüfung. Die Bestärkung, dass es mir schlecht geht und ich es dadurch später besser haben würde. Ich war in dieser Zeit sehr suizidal. Ich war einsam und wollte, dass die Prüfung endlich vorbei ist. 

2 Jahre wurde ich von meiner “Gemeinde” bearbeitet. Ich sollte mich von meinen Eltern trennen, damit sie mich besser kontrollieren können. 

Am Ende war die Bindung an meine Familie aber einfach stärker und half mir beim Ausstieg. Aber der Glauben, die Hoffnung auf ein besseres Leben als “guter Christ”  die blieb. 

Ich suchte nach Beweisen. Ich wälzte alte Bücher mit Prophezeiungen um einen Vorsprung zu haben. Und so geriet ich in die Verschwörungsszene. Eine Mischung aus Gott und allmächtigen Aliens. 

Der Majakalender war besonders beliebt vor 2012. Aber gerade der war dann auch irgendwann das Ende meines Glaubens. Langsam gingen mir die Augen auf. 

Endzeitverehrer suchten Ausreden warum am 21.12.2012 nichts passiert ist. “die Umwälzungen würden im Geheimen stattfinden”, die Bilderberger würden immer wieder gegen die Prophezeiungen arbeiten”.

Die Verschwörungsszene machte mich psychisch krank. “böse Geister” verursachten schlimme Albträume. Und da dämmerte es mir langsam. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch. Und davon musste ich mich erholen. Und in dieser Erholungsphase kam ich endlich an den Punkt wo ich heute bin. 

Ich bin Atheist. Ich bin das Tier Mensch. Mein Leben ist endlich und lebenswert. Ich habe keine Albträume mehr. Keine “prophetischen” Visionen vom Ende der Welt. 

Ich schlafe gut, ich bin tagsüber wach und stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich gehe gerne raus. 

Ich sehe die Wahrheit hinter den ganzen Verschwörungstheorien. Die Einsamkeit und das Minderwertigkeitsgefühl. Religion und Verschwörungsszene geben einem das falsche Gefühl in einer Gemeinschaft zu sein und als einziger den Durchblick zu haben. 

Auf Facebook gibts die Seite “der goldene Aluhut”, dort kann ich heute schmunzeln und sehe wie sich alle widersprechen, nur weil jeder einzelne seine ultimative Wahrheit propagieren will. 

Heute bin ich Atheist und glücklich. Und wie geht’s euch?