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Das haben wir immer so gemacht

Als Kinder lernten wir Pluto als Planeten kennen.

Wer kennt nicht das Sprichwort :

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten

Später wurde Pluto zum Zwergplanet erklärt. Und heute sagt der NASA Direktor für ihn ist Pluto immer noch ein Planet. So hat er es gelernt.

Und ja am Ende des Tages ist es total egal. Denn als Kinder waren Planeten für uns alle wie die Erde.

Heute wissen wir das kein anderer Planet im Sonnensystem egal ob Zwerg oder nicht für uns bewohnbar ist. Auch keiner der Monde.

Zumindest nicht ohne weiteres.

Und wir müssen uns einfach klar machen, dass es nie so wichtig war wie heute, dass wir uns weiter entwickeln und alte Gewohnheiten ablegen.

Aber es gibt auch Dinge, die früher selbstverständlich waren und es heute nicht mehr sind obwohl sie es sein sollten.

Zum Beispiel Ohrringe für Babys und Kleinkinder.

Ich hab meine Ohrlöcher mit 5 Jahren bekommen. Und es hat nicht weh getan. Also was spricht dagegen.

Aber auch unter Erwachsenen hat sich einiges zum negativen verändert.

Bodyshaming zum Beispiel.

Selbst in Filmen und Serien, die im Mittelalter spielen sieht man keine Haare unter weiblichen Achseln oder an den Beinen.

Und auch der Intimbereich muss mindestens getrimmt sein.

Als Kind fand ich den Damenbart bei den Omis zwar amüsant aber ich wusste, das ist normal.

Natürlich sind all diese Dinge nur in den sozialen Medien relevant.

Genauso wie die Wespentaille oder Size Zero.

Auf der Straße juckt es keinen ob ich rasierte Beine habe. Und auch meine Achselhaare sorgen maximal im Sommer in der U-Bahn für Nasenrümpfen, aber das tun sie dann auch bei männlichen Achseln.

Natürlich war früher nicht alles besser. Ich habe vieles auf das ich nicht mehr verzichten würde.

Für unser echtes soziales Leben wäre es aber sicher besser wenn die Läden nicht so lange auf hätten und man abends mal im Wirtshaus essen geht (das war früher auch locker leistbar, weil alle da waren und sich die Wirtschaft rentiert hat).

Wir würden auch weniger wegwerfen, wenn wir gezwungen sind bewusster einzukaufen, weil wir nicht alles jederzeit bekommen können.

Die Vorteile der Gegenwart sind aber auch eindeutig. Wir müssen keine Zigaretten mehr rauchen um Nikotin zu konsumieren. Wir können jetzt dampfen.

Wir müssen nicht im Weihnachtsstress am 8.Dezember alle Geschenke kaufen, weil wir alles online und in Ruhe am Sofa kaufen können.

Also nein wie müssen nichts so machen oder sehen weil es immer schon so war. Aber manche Entwicklungen vor allem im Social Media sollten wir wirklich überdenken.

Umweltschützer wurden auch früher belächelt. Heute werden sie online öffentlich fertig gemacht. Es wird zum Beispiel gezielt auf Behinderungen aufmerksam gemacht (Gretas Asperger) und die Leute werden runter gemacht.

Warum zum Beispiel lese ich heute so Sachen wie Ohrringe bei Kindern gehen ja mal gar nicht. Gleichzeitig werden die Kinder aber in Outfits gesteckt, die sie zu Miniaturausgaben von uns machen.

Für manche ist das Bild im Social Media so wichtig, dass Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen, das jeder Makel retuschiert oder verschwiegen wird.

Und alles was nicht perfekt ist, wird fertig gemacht. Und jeder muss sich in alles einmischen.

Leben und Leben lassen, das haben wir immer so gemacht, und das sollten wir uns vielleicht mal zurück holen in die Gegenwart.

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Das gehört verboten

Wenn es um die freie Meinungsäußerung oder die Pressefreiheit geht, dann werden die Stimmen mehr, die plötzlich Verbote fordern.

Während andere Zensur schreien, weil ihre Kommentare bei Online Zeitungen nicht freigeschalten werden.

Da ist es sicher schwer die Balance zu finden. Lässt man einen Kommentar zu, wird jemand schreien, lässt man ihn nicht zu wird definitiv jemand schreien.

Als Medium kann man sich hier nur Gesetze zur Vorlage nehmen. Alles was rechtlich im grünen Bereich ist, sollte man im Sinne der freien Meinungsäußerung zulassen.

Das passiert natürlich nicht. Aber das ist verständlich, der Ton in den sozialen Netzwerken wird immer rauer.

Würde man das alles ungefiltert weitergeben, trägt man nur noch mehr zur Verrohung der Gesellschaft bei.

Man hat auch den Eindruck, die Menschen wollen sich aufregen.

Ausländerfeindlichkeit ist da nur ein gutes Beispiel.

Das Donau Zentrum brannte und ein Kommentar schlug dabei einen Haken zu angeblichen Tschetschenen Banden, die an diesem Tag wohl niemanden rund ums DZ ausrauben konnten.

Der Kommentator hat eine unkontrollierbare Wut in sich. Das Thema an sich bietet keinen Grund sich aufzuregen. Es ist nur schlimm und man konnte froh, sein dass es nur finanzielle Schäden gab. Also baut er ein Thema ein, dass ihn aufregt. Ausländer.

Es ist ein Paradebeispiel für unsere Aufregergesellschaft.

Aber es gibt genug andere Beispiele.

Wenn man eine tragische Geschichte hört. Ein Mensch wird überfallen, verletzt, getötet, vergewaltigt oder anderes.

Aber anstatt Mitgefühl für das Opfer, gibt es entweder nur Hass und Gewaltaufrufe gegen den Täter. Oder wenn das Opfer nicht ins eigene Opferbild passt, werden Gründe gesucht oder erfunden, die dem Opfer die Schuld geben.

Früher zum Beispiel wurde auch bei uns Frauen die Schuld an sexuellen Übergriffen zugeschoben. Passiert auch heute noch. Am schlimmsten finde ich das, wenn die Schuldzuweisungen ebenfalls von Frauen kommen.

Aber nicht nur die Medienkonsumenten auch die Medienunternehmen bekleckern sich nicht mit Ruhm.

Bei besonders offensichtlichen Fällen, kommt die Satire. Sie nimmt das Thema auf und rückt die Medien Berichte dazu in den Fokus eines überspitzten Artikels.

Und anstatt sich über das zu empören was angeprangert wird, empört sich der gemeine Bürger über die Satire und fragt:”darf Satire alles?”

Ja darf sie. Sogar im 2.Wk wurde Satire betrieben und man kam damit durch. Heute ruft die Bevölkerung nach Verboten.

Mir selbst ist noch nie etwas untergekommen in der Satire, bei dem ich dachte, dass geht zu weit.

Das ist auch eigentlich unmöglich, will dir Satire doch aufzeigen wie weit zuvor bereits jemand ging.

Manche Dinge ändern sich auch nie. Auch heute gibt es noch eine Jugend die Ideale hat und sich um die Zukunft sorgt. Es sind noch nicht alle in der Perspektivlosigkeit versunken.

Doch gehen unsere Kinder für die Zukunft auf die Straße, sollten wir darüber froh sein. Denn wir im Hamsterrad können das nicht.

Stattdessen kommen auch hier immer mehr zynische Kommentare, die Leute fordern Sanktionen für Kinder die demonstrieren gehen. Es wird vermutet sie wollten bloß nicht zur Schule.

Und mein sarkastischer Kommentar dazu lautet. Ja natürlich will ich mir lieber stundenlang bei Wind und Wetter die Füße in den Bauch stehen, als bis mittags in der Schule zu sitzen und dann ins Wochenende zu gehen.

Ich glaube, dass es unabhängig der ursprünglichen Motivation bei den Kindern zu einem Gefühl der Zusammengehörigkeit kommt, wenn sie gemeinsam demonstrieren gehen. Und je mehr daran teilnehmen, desto mehr muss die Regierung auch darauf eingehen und sich öffentlich mit dem Thema auseinander setzen. Damit ist bereits etwas erreicht, egal ob die Kinder bewusst oder aus Eigennutz zur Demo gingen.

Aber es werden immer mehr Verbote gefordert.

Menschen fordern Abschiebungen in Kriegsgebiete, Sicherungshaft für bedrohlich wirkende Menschen und Verbote für Demos wenn diese den Einkauf auf der MaHü behindern.

Uns geht’s eben zu gut. Der Mensch stellt sich erst auf die Hinterbeine wen ihm genug genommen wurde.

Und offenbar sind unsere Zukunft, Gesundheit und Freiheit noch nicht genug gewesen. Wieviel muss uns die Wirtschaft im Bund mit den Regierenden dieser Welt noch wegnehmen, bevor wir Stopp schreien, anstatt dies alles noch zu unterstützen. Sind wir dazu verdammt die Vergangenheit immer wieder zu wiederholen. Weil wir es einfach nicht sehen können?

Ich bin froh, dass mir dieser Blog als Instrument der Meinungsfreiheit zur Verfügung steht, würde man mir dies nehmen, würde ich mich bei Wind und Wetter auf die Straße stellen und schreien, bis man mich in Sicherungshaft nimmt.

Und es würde immer noch Menschen geben, die einfach nur froh sind, dass ich verstummt bin, weil es ihre Blase des vermeintlich guten Lebens stört.

Es gehörten ganz andere Dinge verboten. Aber wir rufen lieber nach Zensur für Satire und Demoverboten für Schüler, als nach Verboten für die Wirtschaft, die unsere Zukunft zerstört.