Lilith's Kitchen Designer von Premium-Aromen

Mindestsicherung neu

Die Reform der Mindestsicherung ist in aller Munde. Und als jemand der schon mal von diesem Beitrag leben musste als er noch niedriger war als er jetzt festgesetzt wurde, kann ich dazu schon was sagen.

Für mich ist eins eindeutig. Das Ziel der Mindestsicherung neu ist, dass die Leute es sich zweimal überlegen ob sie jemals Kinder in die Welt setzen. Denn mit Kindern wird es schwierig wenn man mal auf die Mindestsicherung angewiesen ist.

Diejenigen die jetzt schon Kinder haben, haben das Nachsehen. Und diejenigen deren Vermehrung die rechtsausgerichtete Regierung verhindern will, wird es aber nicht aufhalten. Erstens weil sie gar nicht verstehen, was die Neuerungen bedeuten und zweitens, weil es in manchen Kulturkreisen üblich ist viele Kinder zu bekommen.

Viele denken auch gar nicht darüber nach warum.

Die ursprünglichen Gründe für reichlich Nachwuchs sind längst weggefallen. Denn heute kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass die eigenen Kinder und Enkelkinder ihre Eltern im Alter versorgen.

Denn je mehr die Bildungsspirale sich nach unten dreht, desto schwieriger wird es genug Geld zu verdienen um sich überhaupt selbst zu erhalten. Erst recht kann man dann keine Verwandten mit durchziehen.

Was passieren wird ist, dass wir am Ende einen Haufen Pensionisten haben, die auf Mindestsicherung angewiesen sind und deren Kinder dafür zur Kasse gebeten werden obwohl sie es sich nicht leisten können.

Es ist ein Teufelskreis. Die besten Zukunftsaussichten hat nur wer 1. keine Kinder bekommt, 2. risikobereit ist und 3. kreativ und fleißig genug um sich selbstständig zu machen und sich selbst vom System und von Arbeitgebern unabhängig zu machen. Und nur wer dann tatsächlich Erfolg hat, kann ans Fortpflanzen denken, um das was er/sie sich aufgebaut hat weiterzugeben.

Ich muss dazu sagen, ich bin ein Minimalist wenn es ums arbeiten geht. Allerdings geht es dabei eben auch um Angestelltenverhältnisse und nicht um Selbstständigkeit.

Ich habe seit jeher immer geschaut mit so wenig Arbeitsstunden wie möglich zum nötigen Einkommen zu kommen, das meine Rechnungen abdeckt. Hab mich deshalb bei 30 Stunden eingependelt.

Langsam merke ich aber auch, dass es mir nicht mehr reicht. Ich will nicht bloß von Monat zu Monat denken und schauen, dass sich halt alles ausgeht.

Ich will nicht mehr ständig auf Dinge verzichten, die ich mir nicht leisten kann. Aber in unserem System geht es nicht anders (natürlich mit höherer Bildung könnte ich deutlich mehr Geld verdienen).

Es ist wie es ist und nur wer bereit ist zu arbeiten (nicht im Sinne des Jobs), wirklich in sich selbst und seine Zukunft zu investieren, kann auch alle seine Träume verwirklichen.

Aber ich bin noch jung genug um aus dem Rad auszusteigen und mich selbst zu verwirklichen. Ich war schon aufs System angewiesen, aber ich kann mich noch darüber erheben.

Und alle die noch jung sind bzw. jünger sind als ich können das auch. Aber es ist eben auch Arbeit. Nur wenn wir bereit sind an uns selbst zu arbeiten, müssen wir uns über die Mindestsicherung keine Gedanken machen. Das Sozialsystem ist am Ende für jene gedacht, die sich aus eigener Kraft nicht erhalten können.

Es ist eben keine soziale Hängematte sondern ein Rettungsnetz in letzter Sekunde. Natürlich ist das System nicht perfekt.

Es gebe genug Möglichkeiten es besser zu machen. Zum Beispiel die Aufteilung der Leistungen. Fixkosten von Arbeitslosen sollte der Staat direkt übernehmen und nur den Anteil ausbezahlen der für den täglichen Bedarf dient. Dabei könnte man deutlich gerechter vorgehen, da nun mal die Fixkosten unterschiedlich sind, aber die Mindestsicherung soll für jeden gleich sein.

Niemand der arbeitslos ist kann man eben in eine günstigere Wohnung ziehen (schon gar nicht bei dem Wohnungsmarkt).

Aber man könnte die Kosten berücksichtigen. Menschen die billig wohnen kosten dem System dann weniger, dafür die in teureren Wohnungen mehr. Dafür wären Wohnbeihilfen nicht mehr notwendig weil die Kosten automatisch abgedeckt werden. Und natürlich kann man nicht für ganz Österreich den selben Maßstab anlegen. Wien ist teuer, aber voller Discounter. Am Land ist es deshalb teurer den täglichen Bedarf zu decken.

Ich merke schon ich könnte da jetzt ewig weitere Ausführungen machen, aber solche Gedanken sollten sich eigentlich unsere Politiker machen. Deshalb werde ich es nun mal abschließen mit folgendem Absatz:

Ich stamme aus einer Familie, die keine Bildungsabschlüsse hat und kaum Geld als ich aufwuchs. Aber es ging trotzdem immer irgendwie. Und heute habe ich bereits einen deutlich besseren Lebensstandard als meine Eltern damals und das ohne allzu großen Aufwand. Man kann also aus dem Teufelskreis ausbrechen, man muss es aber auch wollen.

0 Antworten auf “Mindestsicherung neu”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.