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Politik

Ich kann wohl gar nicht aufhören über all die Dinge zu schreiben, die mich als Atheist so stören. Gerade ist Wahlkampfzeit. In Amerika und in Österreich gehts um die Präsidentschaftswahl.

Auf beiden Seiten fehlt mir die Vertretung der Atheisten. Stattdessen heißt es derzeit nur Christen gegen Moslems. Mein Gott ist besser als deiner. Auch wenn es eigentlich der selbe Gott ist, an den beide Glauben, bilden sich die Christen ein, es besser verstanden zu haben. Sie glauben Ihre Lehre sei besser. Dabei strotzt die Bibel nur so vor Gewalt, Mord, Vergewaltigung, Inzest und Pädophilie.

Koran hab ich nicht gelesen, aber wird wohl nicht viel anders sein.
Wenn ich dann höre wie rechte Parteien immer “unsere christlichen Werte” propagieren, geht mir jedesmal die Galle hoch.

Das sind nicht meine Werte.

Meine Werte sind Freiheit und Selbstbestimmung. Norbert Hofer möchte eine Meldepflicht für Abtreibungen, weil es seiner Meinung nach wohl zu viele Frauen gibt, die sich das Recht auf Selbstbestimmung nehmen.

Herr Hofer ich melde mich. Ja ich hatte einen Schwangerschaftsabbruch und ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit hatte. Ich bin nicht froh, dass es so teuer ist. Ich bin nicht froh, dass man aufpassen muss, wenn man sich in ein Ambulatorium begibt, dass neben zig anderen Angeboten, auch Abtreibungen anbietet, das man von religiösen Fanatikern beschimpft wird und vielleicht sogar attackiert.

Vielleicht gibt es Frauen die gerne zu einem Arzt gehen, der ihre Wünsche und Gesundheit, über das eines Zellhaufens stellt.Und dann noch diese Heuchelei. Selbst in der Bibel steht geschrieben, das Gott seinen Atem und damit die Seele und das Leben erst bei der Geburt einhaucht. Aber christliche Fundamentalisten, geben nicht mal die Pille danach an ein Vergewaltigungsopfer, ohne zu wissen ob überhaupt eine Schwangerschaft entstanden ist.

In Amerika können Vergewaltiger sogar ihre väterlichen Rechte einklagen.

All das fusst auf falschen christlichen Moralvorstellungen.

Trotzdem ist in der aktuellen Flüchtlingskrise und Terrorwelle, die Rede davon, dass wir christliche Werte schützen müssten. Wir müssten diese Werte abschaffen und stattdessen doch menschliche Werte ersetzen.

Werte wie zum Beispiel, dass Asyl ein Menschenrecht ist. Das man Menschen auf der Flucht hilft. Sie anständig versorgt sobald sie in sicherem Gebiet sind. Dann gibt es keinen Grund weiter zu wandern.

Menschlich wäre es, alles was niemanden verletzt oder schadet zuzulassen. Menschlich wäre es Burkinis zu gestatten und die Diskussion mit den Frauen zu suchen.

Welche Chance hätte eine muslimische Frau, wenn sie auf der Flucht nach Europa versucht einem unterdrückenden Ehemann zu entkommen. Würden wir ihr helfen und zuhören. Oder würden sich nur alle wieder aufregen über diese “Hinterweltler”.

In Europa muss man sich immer noch anhören, die Ehe soll den Heterosexuellen gehören.

Falsch. Die kirchliche Hochzeit soll gerne in der Kirche bleiben. Aber eine Verbindung auf dem Standesamt sollte allen Menschen offen stehen, die mündige Erwachsene sind und diesen Schritt tun sollen. Ja sogar der Tatbestand der Scheinehe ist für mich lächerlich. Was hat der Staat zu entscheiden, als welchen Gründen 2 Menschen heiraten.

Wieviele Paare haben am Land nicht aus Liebe geheiratet sondern weil die Lust ihnen einen Untermieter beschert hat. Das wurde nicht als Scheinehe gewertet.

Man darf der Ehe eben keine Privilegien zu sprechen.

Familiennachzug für Asylberechtigte sollte nicht aufgrund eines Trauscheins gelten. Sondern aufgrund von Hilfsbedürftigkeit. Wenn Frau und Kind im Kriegsgebiet ausharren, sollte man sie ohnehin retten. Wenn Sie nicht im selben Land aufgenommen werden können, sollte man eben den Mann auch ins andere Land reisen lassen.

Kinder verdienen immer unseren Schutz.

Zur Zeit des Vietnam oder Koreakriegs wurden 3000 Kinder in einer Nacht und Nebelaktion in die USA ausgeflogen und dort adoptiert. Das wäre die menschliche Lösung für Kinder aus Kriegsgebieten. Haben Kinder keine Eltern mehr, gibt man sie eben in Pflegefamilien.

Und wenn es Eltern gibt, die fundamentalistisch agieren, sollte man die Eltern wegschicken, aber doch nicht das Kind.

Die bequemste Lösung ist nicht immer die richtige. Manchmal muss man Eltern und Kinder zum Wohl der Kinder trennen. Jugendliche aus anderen Kulturkreisen müssen aufgeklärt werden. Da muss man ihnen auch mal brutal die Wahrheit sagen. Das ihre Erziehung in einigen Punkt falsch ist. Das Frauen und Männer den gleichen Wert haben.

(wenn man religiös erzogen wird, kann man nur ein Macho werden).

Wir können nicht immer schimpfen und Mauern aufbauen und das Problem hinter die Mauer schieben. Die Mauer wird einreißen. Wir müssen die Probleme angehen. Dazu gehört dann auch den Mund auf zu machen.

Ja ich muss auch oft den Mund halten wenn ein Bekannter seine schwulenfeindlichen Bibelpassagen loslässt und immer noch glaubt, dass bald das bittere Ende kommt.

Wir fangen zwar schon an ihn gemeinsam zu veräppeln, weil nichts passiert ist. Aber dann finden die Umbrüche eben wieder im Verborgenen statt und wir armen Schlafschafe sehen es nicht.

Das Homosexualität auch im Tierreich gang und gäbe ist, dass liegt seiner Meinung nach an den Chemtrails. Tja da denk ich wieder an den Spruch den ich mal las.

Regenbögen sind auch nur schwule Chemtrails

Ich bin ja der Meinung, dass wir vom Grundkonzept her alle pansexuell sein könnten  und nur der Fortpflanzungstrieb und direkt zum anderen Geschlecht treibt.

Nicht falsch verstehen, pansexuell heißt nicht, dass man mehrere Beziehungen pflegt, das sind die Polyamoristen. Pansexuell heißt nur, dass man nicht auf ein Geschlecht und auch nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt ist. Und das trifft bei mir zu. Auch wenn ich eine langjährige heterosexuelle Beziehung führe, habe ich mich nie darauf festgelegt unbedingt einen Mann für mein Lebensglück zu finden. Ich bin nur vorher und nachher nie wieder einem Menschen begegnet der so zu mir passt, wie er.

Und klar will ich dann auch irgendwann mal heiraten. Einfach als Statement und wie schade ist es, dass ich das kann, weil mein erwählter zufällig ein Mann ist und mein Kumpel kann das nicht.

Ich bin schon ein bisschen abgeschweift aber der Grund ist der, auch dass es überhaupt je unterschiedliche Rechte für Männer und Frauen gab und gibt, ist die Religion, die uns über Jahrhunderte negativ beeinflusst hat. Eine echte Trennung von Kirche und Staat kann nur erfolgen, wenn Gesetze auf Wissenschaft und nicht auf Tradition aufbauen.

Wenn Abtreibungsfristen medizinisch gesetzt werden und nicht moralisch.

Wenn heiraten darf wer bereit ist und nicht wer das richtige Geschlecht hat.

Wenn man Menschen nach ihren Taten und nicht nach ihrer Herkunft beurteilt. In arabischen Ländern droht Atheisten der Tod, daher wird der Islam immer brav wie eine Flagge geschwenkt, aber wieviele von diesen Menschen sind heimlich Atheisten wie wir. Nur das wir drüber reden können und schreiben können ohne Peitschenhiebe zu befürchten.

Religion muss wieder Privatsache werden!

Religion muss raus aus der Politik.

 

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Was bisher geschah… 

Geboren bin ich in den 80ern und wurde wie die meisten Katholiken zwangsgetauft. Das ist um so skurriler da meine Eltern schon Atheisten waren. 

Tatsächlich glaubten damals noch viele,  dass die Taufe zur Anmeldung des Nachwuchses dazu gehört. Außerdem wollte man kein Gerede. Somit war ich quasi ein katholischer Atheist bei der Geburt. 

Natürlich war es leicht als Kind an den “lieben Gott”  zu glauben, es war dasselbe wie Christkind und Osterhase. Mit 6 Jahren wusste man schon, dass da eigentlich die Mama dahinter steckt. 

Und so wuchs ich mit dem Wissen auf, das Gott ein Märchen ist. Den haben die Menschen erfunden, als sie sich die Dinge noch nicht durch Wissenschaft erklären konnten. 

Doch mit 18 Jahren, da haben sie mich erwischt. Auf der Sinnsuche geriet ich in die Fänge einer Sekte. 

Schulabrecher ohne Perspektive sind leichte Beute. Der Glaube mein Leben sei eine Prüfung. Die Bestärkung, dass es mir schlecht geht und ich es dadurch später besser haben würde. Ich war in dieser Zeit sehr suizidal. Ich war einsam und wollte, dass die Prüfung endlich vorbei ist. 

2 Jahre wurde ich von meiner “Gemeinde” bearbeitet. Ich sollte mich von meinen Eltern trennen, damit sie mich besser kontrollieren können. 

Am Ende war die Bindung an meine Familie aber einfach stärker und half mir beim Ausstieg. Aber der Glauben, die Hoffnung auf ein besseres Leben als “guter Christ”  die blieb. 

Ich suchte nach Beweisen. Ich wälzte alte Bücher mit Prophezeiungen um einen Vorsprung zu haben. Und so geriet ich in die Verschwörungsszene. Eine Mischung aus Gott und allmächtigen Aliens. 

Der Majakalender war besonders beliebt vor 2012. Aber gerade der war dann auch irgendwann das Ende meines Glaubens. Langsam gingen mir die Augen auf. 

Endzeitverehrer suchten Ausreden warum am 21.12.2012 nichts passiert ist. “die Umwälzungen würden im Geheimen stattfinden”, die Bilderberger würden immer wieder gegen die Prophezeiungen arbeiten”.

Die Verschwörungsszene machte mich psychisch krank. “böse Geister” verursachten schlimme Albträume. Und da dämmerte es mir langsam. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch. Und davon musste ich mich erholen. Und in dieser Erholungsphase kam ich endlich an den Punkt wo ich heute bin. 

Ich bin Atheist. Ich bin das Tier Mensch. Mein Leben ist endlich und lebenswert. Ich habe keine Albträume mehr. Keine “prophetischen” Visionen vom Ende der Welt. 

Ich schlafe gut, ich bin tagsüber wach und stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich gehe gerne raus. 

Ich sehe die Wahrheit hinter den ganzen Verschwörungstheorien. Die Einsamkeit und das Minderwertigkeitsgefühl. Religion und Verschwörungsszene geben einem das falsche Gefühl in einer Gemeinschaft zu sein und als einziger den Durchblick zu haben. 

Auf Facebook gibts die Seite “der goldene Aluhut”, dort kann ich heute schmunzeln und sehe wie sich alle widersprechen, nur weil jeder einzelne seine ultimative Wahrheit propagieren will. 

Heute bin ich Atheist und glücklich. Und wie geht’s euch? 

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Heute ein Atheist sein

Ich habe diesen Blog gebaut, weil ich das Gefühl habe, dass man trotz unserer aufgeklärten Zeit immer noch nicht offen Atheist sein darf. 

Niemand zweifelt dich als Person an wenn du zu Gott betest und einen Glauben offen trägst. Wenn du die Existenz Gottes aber nicht anerkennst obwohl es wissenschaftlich erwiesen ist, bekommst du irritierte Blicke selbst von konfessionslosen. Konfessionslos ist nicht gleich Atheist. 

Auch ich habe trotz Kirchenaustritt mit 14 lange an der Möglichkeit eines Gottes festgehalten. Habe mir eingeredet, dass er in einer anderen Art existent ist, als die Bibel es vorbetet. Aber am Ende konnte ich nur zu dem Schluss kommen, dass es keine logische Begründung gibt an Gott zu glauben. 

Man muss nicht glauben, dass die Hölle droht um ein guter Mensch zu sein. Man kann auch einfach gut sein ohne eine Belohnung im Nachleben zu erwarten. Moralisch ist das sogar besser. 

Als Atheist tu ich das richtige ohne eine Gegenleistung zu erwarten. 

Aber nicht nur privat ist es schwer. Auch politisch und beruflich. 

Ich fühle mich durch keine Partei vertreten, denn keine Partei ist für Atheisten zuständig. Wir genießen keinen Schutz. Wen man mich beschimpft, weil ich gottlos bin, muss ich das einfach hinnehmen. Religionen sind gesetzlich gegen die Wahrheit geschützt. 

Vielleicht findet ein anderer Atheist Trost in meinen Worten. Ein Atheist zu sein hat meine Psyche stabilisiert. Ich warte nicht mehr auf Wunder oder glaube mein Leben sei eine Prüfung. Ich nehme die Dinge in die Hand und mache das beste aus dem einen Leben das ich habe. Würde das jeder machen,  würden wir wahrscheinlich in einer besseren Welt leben. 

Wer weiß. 

Ich freue mich über eure Erfahrungen zu lesen. 

Lg eure anonyme Atheistin. 

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Kritik – Senden und empfangen

Kritik in Zeiten der sozialen Netzwerke

Gestern war ich arbeiten und schaute nebenbei, wie so oft, auf Facebook was es neues gibt. Ich sah ein Bild von verhängten Schaufenstern eines Dampferladens.

Es folgte, im Nachhinein betrachtet, ein Beispiel wie falsch Kommunikation laufen kann. Es gibt hier 3 Parteien

  1. Der Laden, der nicht weiß oder vorgibt nicht zu wissen, dass Schaufensterwerbung gestattet bleibt ( er ist die passive Partei, da keine Stellungnahme möglich)
  2. Ich, die das Bild sieht und voraussetzt, dass man als Ladenbesitzer die neue Gesetzeslage kennen sollte (was meine falsche Projektion war) und daher provokant fragt, um wen es sich handelt
  3. eine Kommentatorin, die weiß um welchen Laden es sich handelt, mir wiederum dieses Wissen auch unterstellt, und daher daraus schließt ich möge den Laden nicht.

Worum geht es hier? Falsch vorgebrachte und falsch angenommene Kritik.

Was waren die Fakten? Nur ein Bild, eine Momentaufnahme verhüllter Schaufenster.

Welche Gründe und Ziele dahinterstecken wissen wir nicht, aber die Situation zeigt beispielhaft, wie kritikunfähig wir alle geworden sind.
Ich selbst arbeite bei einem Kaffeeproduzenten und bearbeite täglich 50 bis 60 Kundenanfragen, über die verschiedensten Kanäle. Auch hier muss ich bzw. mein Unternehmen viel Kritik einstecken. Ich kann aber von meinen Kunden auch nicht verlangen ihre Kritik so zu verpacken, dass sie korrekt bei mir ankommt, den meine Kunden wissen nicht, wer ihr Anliegen bearbeitet. Für sie ist da nur ein großer Konzern und nicht die einzelnen Mitarbeiter.

Trotzdem reagiere ich zeitweise allergisch auf die Kritik, weil ich als Konsument ein anderes Verhalten an den Tag lege und dieses (ungerechtfertigter Weise) auch von meinen Kunden erwarte.

Wir müssen also lernen objektive Kritik aus subjektiven Darstellungen zu entnehmen. Wir müssen unserem Kritiker reflektieren, was wir daraus gelernt haben und der Kritiker wird verstummen.

Wir müssen aber auch lernen Kritik wieder konstruktiv vorzubringen.

Die Kritik im Bespiel des Ladens hätte lauten müssen:“ warum verhüllt dieser Shop seine Schaufenster? Schaufensterwerbung ist nicht verboten.“

Dann hätte ich vermutlich auch eine entsprechend sachliche Antwort erhalten. Diese hätte mir vielleicht gefallen, vielleicht auch nicht, aber das wäre dann meine Sorge gewesen und nicht ihre.