LGBTQ+

Ich kann es ja selbst kaum fassen, aber ich gucke dieses Jahr GNTM. Ja der lange Lockdown hinterlässt Spuren und irgendwas muss man ja machen.

Der Grund diese Staffel zu schauen, war allerdings nicht das Versprechen von Diversität sondern in erster Linie das Versprechen von Otto Waalkes (und das wars auch wert zu gucken).

Aber wenn man schon so weit zugeschaut hat, weil man ja vorher nicht wusste, dann er kommt, guckt man es eben auch weiter.

Nun ist es nicht so, dass man die Kandidatinnen besonders gut kennenlernt durch die teilweise seltsamen Schnitte. Und überhaupt ist man gerne päpstlicher aus der Papst (vor allem wenn man bedenkt, dass sich 90% der Kandidatinnen mit Corona infiziert hatten und es vertuscht wurde).

Aber während die Sendung hier und da langweilig wird, war es immer wieder lustig sich die Tweets des Abends anzusehen.

Doch was man da sieht, das muss echt nicht sein. Und deshalb schreibe ich überhaupt mal wieder und nutze heute die Schlagwörter aus der LGBTQ+ Gemeinde. Weil ich es nicht verstehe warum manche nicht akzeptieren können, dass Alex Mariah eine Frau ist. Und da die Zeichen auf Twitter begrenzt sind und die betreffenden Leute auch gar kein Interesse an einer ernsthaften Diskussion haben, werde ich meine Meinung und mein Verständnis des ganzen Themas hier mal darlegen.

Die Hater (anders kann man solche Leute echt nicht nennen) wissen selbst nicht woran sie männlich und weiblich festmachen, vor allem ihr, das war schon immer so, ist einfach zum kotzen. Ein Penis alleine macht noch keinen Mann aus (das gilt vor allem für genau diese Leute auf Twitter, ihr seid nämlich keine Männer sondern Memen).

Das eine ist die Anatomie, das andere die Biologie bzw. Genetik. Menschen die Transsexualität oder Transgender (ich gebe zu ich habe Schwierigkeiten mit den Begriffen) nicht anerkennen wollen, machen das Geschlecht nur an der Anatomie fest und behaupten es wäre Biologie, was schon mal falsch ist.

Es gibt Menschen mit männlichen Chromosomen, also XY, aber sie kommen trotzdem mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt und wenn man keinen GEN Test macht, werden sie auch in erster Linie als Frau aufwachsen und erst wenn der Kinderwunsch eintritt bzw. die Periode nicht eintritt, wird man unter Umständen bei entsprechenden Untersuchungen feststellen, dass keine Gebärmutter vorhanden ist.

Es gibt also schon mal grundlegende Unterschiede zwischen Biologie und Anatomie. Und diese Info geht an alle da draußen, die der Meinung sind, dass es nur 2 Geschlechter gibt. Das ist schon mal komplett falsch. Es gibt sowohl genetische, als auch anatomische Abweichungen und zwar häufiger als man denkt, es wird nur zu selten darüber gesprochen.

Es gibt also auch wissenschaftliche Belege für mehrere Geschlechter. Dazu kommt dann noch der gesellschaftliche Faktor.

Ich weiß nicht ob Alex Mariah genetisch XX oder XY oder vielleicht auch XXY ist. Vermutlich wird sie das selbst auch nicht wissen, weil es auch nicht relevant ist. Wenn die Gesellschaft uns von Kind auf immer noch bestimmte Rollenbilder vorlebt und damit meine ich noch gar nicht so sehr, die Verteilung von Kinder, Haushalt und Arbeit zwischen Mann und Frau, sondern einfach nur das Bild das für davon haben, was als männlich rüber kommt und was als weiblich, dann wird es immer Menschen geben, die von diesem Bild abweichen. Und einige können sich dann einfach nicht mit ihrem zugewiesenen Geschlecht identifizieren und nehmen stattdessen dass andere an und leben danach.

Dies kann auch sein, wenn man als Mann oder Frau einen androgynen Körpertyp hat, androgyne Menschen haben auch oft Schwierigkeiten in der Gesellschaft, weil sie nicht ins Bild passen. Als Frau wird man zum Mannweib degradiert und als Mann wird man schlicht als schwächlich (körperlich) gesehen.

Ich selbst bin, biologisch und anatomisch eindeutig weiblich, habe ich aber vom Verhalten her immer zwischen den Geschlechtern bewegt. Ich habe viele Charaktereigenschaften, die man eigentlich Männern zu schreibt, spiele aber auch gerne mal mit meiner Weiblichkeit. Das heißt wenn man es unbedingt definieren muss, dann würde man mich vermutlich bei der Kategorie genderfluid finden, weil ich nirgends so ganz rein passe. Ich sehe es aber gar nicht so. Ich sehe nur dass die Gesellschaft unnötigerweise an alten Werten festhält bzw. es einfach noch mehr Zeit braucht, bis wir aufhören mit den Vorurteilen. Wir sehen jemanden der äußerlich (denn wir sehen die Personen erstmal ja selten nackt) den Eindruck macht als könnte er/sie männliche oder weibliche Genitalien haben und dann ist im Kopf schon ein Urteil gefallen, wie sich diese Person verhalten sollte. Und wenn sie das nicht tut, dann sind wir offenbar geistig verwirrt und deshalb gibt es einzelne Vollidioten da draußen, die meinen einem Menschen ihr Geschlecht und Pronomen vorschreiben zu müssen. Dabei ist es doch eigentlich egal ob da gerade ein schwuler Mann in Frauenkleidern vor mir steht oder eine heterosexuelle Frau, die zufällig einen Penis hat. Solange ich keine sexuelle Beziehung mit der Person eingehe, sind ihre Geschlechtsmerkmale völlig irrelevant (und selbst wenn sollte man damit eigentlich umgehen können, wenn der Charakter passt und man sich verliebt, sollte ein Penis kein Hindernis mehr darstellen).

Wir sollten in erster Linie den Menschen respektieren und Respekt bedeutet auch, dass ich niemanden der sich selbst als Frau sieht, krampfhaft als Mann bezeichne. Das ändert nämlich nicht an der Person zu der oder über die man das sagt, es ändert nur einen selbst. Und ich glaube, dass Menschen die krampfhaft auf veralteten Geschlechtsdefinitionen behaaren selbst einen inneren Konflikt haben.

Ich glaube nicht nur das Alex Mariah eine Frau ist, ich glaube es ist völlig irrelevant was ich glaube, solange sie sich mit dieser Identität richtig fühlt, ist sie eine Frau und niemand hat das in Abrede zu stellen.

Wir haben eben immer noch einen langen Weg vor uns. Es ist für Homosexuelle schon immer noch schwer genug in unserer Gesellschaft. Aber für Transgender ist es leider noch viel schwieriger.

Dabei sind wir doch alle Menschen und könnte uns doch eigentlich egal sein. Und wenn ihr das nicht akzeptieren könnt, stellt euch vor ihr wacht morgen in einer verkehrten Welt auf, in der euer Geschlecht plötzlich das Gegenteil ist und euch die Leute schief anschauen wenn ihr sagt, dass ihr Günther* heißt und ein Mann seid, weil sie alle der Meinung sind, dass du eine Frau seist und du dich gefälligst so verhalten solltest. Wäre ziemlich scheiße oder? Dann lasst es gefälligst selbst auch. Ich definiere wer ich bin, nicht die Gesellschaft und nicht irgendein Günther* auf Twitter, der offensichtlich neidisch ist, dass er nicht zwischen 9 Modells sitzen darf und Alex aber schon.

*der betreffende auf Twitter hieß natürlich nicht wirklich Günther und andere Günthers da draußen müssen sich daher nicht angesprochen fühlen.

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