Shutdown for What

Warum ein Lockdown nichts besser macht in Wien

Wien ist eine kleine Großstadt. Wir leben auf engem Raum zusammen.

Also Beispiel Berlin hat auf viermal soviel Fläche nur doppelt soviele Einwohner.

Wir haben also eine hohe Menschendichte in Wien. Deshalb sind Abstandsregelungen in den Öffis nicht einzuhalten (mancher meint man solle halt nicht einsteigen wenn voll ist und den nächsten Bus, Bahn, Co nehmen, aber auch der würde voll).

Es strömen ständig Menschen durch die Stadt und zwar zum Arbeiten und Einkaufen.

Generell ist die Balance zwischen Arbeit und Freizeit in Großstädten immer gestört. Noch mehr wenn man alle Freizeiteinrichtungen wie Sport, Gastro und Tanz lange geschlossen hält.

Was bleibt noch, aktuell nur noch das Bummeln. So sieht es dann natürlich auch aus auf den Einkaufsstraßen. Aber Bummeln an der frischen Luft (Einkaufszentren werden eh eher gemieden) ist immer noch besser als Zuhause bleiben. Warum?

Erstens braucht der Mensch den Ausgleich also Bewegung an der frischen Luft. Der Mensch braucht reale Sozialkontakte. Zoom ersetzt diese nicht auf eine so lange Dauer.

Also was passiert im Lockdown? Der Bürger ist nicht dumm. Er hat dazu gelernt. Tagsüber wird nicht nachgefragt wo man gerade hingeht, also trifft man sich in der Freizeit eben bei irgendwem zu Hause und das gerne auch Mal zu viert oder mehr.

Und das ist ein Problem dass sich nicht durch härtere Maßnahmen lösen lässt. Nur durch Lockerungen.

Fakt ist wir sitzen gemeinsam am Tisch ohne Masken und ja es gibt Risiken. Aber wenn man will das mehr Menschen testen gehen, dann brauchst mehr als Eingangstests beim Friseur. Denn Friseur geht man einmal alle paar Monate.

Es braucht Perspektiven die das testen attraktiv machen. Also Fitness, Gastro und Co.

Macht dort auf mit Eintrittstests und ihr werdet viele Fälle aufdecken von all jenen die sich jetzt privat treffen und das Virus unerkannt weiter geben.

Selbst Symptome sind einfach kein Indikator für Tests. Die Symptome sind zu allgemein. Ich habe oft Husten, Schnupfen und manchmal auch Halsweh. Aber das ist in der kalten Jahreszeit normal. Und die wöchentlichen Tests, die ich für die Arbeit machen muss, zeigen dass es keine Relevanz hat.

Auch hatten wir jetzt ein Jahr Zeit, die Kapazitäten in Krankenhäusern umzuschichten. Ambulanzen könnten durch Facharztpraxen entlastet werden. Diese hätten noch genug Kapazitäten frei und nicht Notfälle könnten dort problemlos versorgt werden, hätten sie nur alle einen Kassenvertrag.

Gerade erst habe ich gehört, dass man zum Beispiel bei einem niedergelassenen Facharzt für Nuklearmedizin nicht nur besser betreut wird, es hat auch nur 150€ gekostet und es gab defacto keine Wartezeit.

Für die selben Untersuchungen wären mehrere Konsultationen mit langen Wartezeiten und Terminen im Herbst in der Spitalsambulanz nötig gewesen.

Und jetzt frage ich mich warum zahlt diese 150€ die Kasse nicht. Das war definitiv nicht zu teuer. Das war sogar sehr günstig wenn man bedenkt was da alles gemacht wurde.

Aber viele Menschen haben keine 150€ übrig und strömen daher weiterhin in die Spitalsambulanzen.

Naja so ist klar, dass uns die Kapazitäten da fehlen wo wir sie aktuell brauchen.

Wenn die Regierung Geld verschleudern will, dann bitte in die richtige Richtung. Nämlich ins Gesundheitswesen.

Dann müssten wir uns gar keine Sorgen um irgendwelche nichtssagenden Inzidenzen machen. Denn wichtig sind nur die Zahlen derer die krankheitsbedingt ausfallen, ins Krankenhaus oder gar auf die ICU müssen.