Gott ist ein Arschloch

Einer guten Freundin zu liebe, kann ich mir gerade die 15. Staffel von Supernatural ansehen (böses Accountsharing 😉 )

Und wie sich das alles entwickelt ist schon lustig und traurig. Irgendwann im Laufe der vielen Staffeln, kam das ganze Engelsthema auf und irgendwann durften wir auch Gott kennen lernen.

Und wie es der gute Christ macht, wurde Gott vertraut und geholfen.

Stattdessen stellt sich nun heraus, dass Gott nur mit den Menschen spielt. Der Grund fĂŒr diverse Parallelwelten in der Serie ist Gottes Langeweile. Wenn es keinen Spaß mehr macht ĂŒberlĂ€sst er diese Welten sich selbst und macht eine neue. Mit dieser Wahrheit konfrontiert kĂ€mpfen auch die Helden der Serie mit dem Sinn der ganzen Sache.

Machen wir ein Gedankenexperiment. Stell dir vor, dein ganzes Leben ist vorher bestimmt. Zum Beispiel dieser Moment wo ich schreibe. Eigentlich wollte ich jetzt in Star Trek Online gehen, aber die Server sind down, also hab ich beschlossen den Gedanken, der mir beim Schauen von Supernatural kam nieder zu schreiben.

Genauso vorherbestimmt wÀre dann auch, dass du das hier gerade liest. Auch wenn dir der Link geschickt wurde, mit der Bitte es zu lesen, hattest du wenn du das hier gerade liest offenbar nicht die Wahl es nicht zu tun. Obwohl es niemand gemerkt hÀtte wenn du es nicht getan hÀttest.

GlĂ€ubige Menschen argumentieren gerne in 2 Richtungen. Auf der einen Seite ist die Bestimmung. Alles was passiert hat einen Grund. Gott prĂŒft einen nur usw. Auf der anderen Seite werden Fragen ĂŒber die Welt gerne damit beantwortet, dass Gott den Menschen einen freien Willen gegeben hat.

Nun fĂŒr mich geht nur entweder oder. Entweder wir sind selbst fĂŒr unser Leben verantwortlich und somit sind an den schlimmen Dingen die passieren auch schlimme Menschen schuld. Egoisten ohne VerantwortungsgefĂŒhl. Aber wer könnte es ihnen den verdenken. Wenn es keine Bestimmung gibt, dann gibt es auch keinen Grund ein guter Mensch zu sein. Ein soziales Wesen. Und da der Mensch in der Geschichte der Evolution nur sozial gehandelt hat um das Überleben und Fortbestehen der eigenen Art zu sichern, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass er dies angesichts der Überbevölkerung und der schwindenden Ressourcen nicht mehr tut, was die Situation gleichzeitig verschlechtert. Denn es werden tĂ€glich Kinder geboren und man mĂŒsste so sozial sein auch an die zu denken. Denkt man an all die Kinder, als wĂ€ren sie Teil des eigenen Rudels oder Stammes oder so, dann mĂŒsste man auch deren Überleben sichern in dem man die Welt zu einem besseren Ort macht. Aber das geschieht nicht. Wir rasen weiter auf den Abgrund zu und belĂ€cheln jene, die etwas Ă€ndern wollen. Nicht mal Tirol ist bereit fĂŒr den Rest Österreichs und Europas ein paar Opfer zu bringen, sondern fĂŒllt lieber die leeren Kassen mit illegalen Skitouristen aus aller Welt (wobei jeder einzelne von denen natĂŒrlich mitverantwortlich ist).

Oder und jetzt kommts, alles ist vorherbestimmt. Alles was passiert soll auch so passieren. Keine unserer Entscheidungen hĂ€tte anders lauten können. Wie oft wollte ich mich schon an der Kasse umdrehen und den hinter mir anschnauzen endlich Abstand zu wahren, aber ich habe es nicht getan. Warum hab ich es nicht getan? Hatte ich vielleicht gar keine Wahl? Es liegt sicher nicht daran, dass ich so gut erzogen wĂ€re. Rasen wir weiterhin auf den Abgrund zu aber haben keine Ahnung ob der Zug noch bremst oder wir hinunterstĂŒrzen?

Philosophen nennen das eine Determinismus, das andere kann man Wahlweise als Chaostheorie, Zufallstheorie oder freier Wille bezeichnen.

In jedem Fall, wenn Gott existiert und das alles entweder zulĂ€sst oder wie im Fernsehen als Schriftsteller sogar selbst geschrieben hat, dann ist er ein Arschloch. Denn fĂŒr manche Menschen fĂŒhlt sich das Leben an wie sich andere die Hölle vorstellen nur mit dem Unterschied, dass man nicht weiß womit man das verdient hat.

Deshalb bin ich Atheist. Weil ich nicht glauben will, dass jemand der Allwissen und Allmacht in sich vereint, keine Empathie hat und sogar die unschuldigsten Kinder leiden lÀsst.

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